Projekte & Recherche // Ausstellung ACTS (2021)

Ausstellung ACTS (2021)

Eine virtuelle Ausstellung von Emanuele Soavi incompany

mit Werken von
Meritxell Aumedes, Cyril Baldy, Stefan Bohne, Cora Bos-Kroese, Federico Casadei, Irene D´Ágostino, Giovanni Insaudo, Taeyeon Kim, Lisa Kirsch, Mihyun Ko, Susanne Linke / Urs Dietrich, Ivan Lupi, Cristiana Morganti, Lili M. Rampre, Sandra Salietti, Jone San Martin, Nora Sitges Sardá, Emanuele Soavi, Yoshiko Waki

Mit dem Ausstellungsprojekt ACTS eröffnet der Choreograf Emanuele Soavi einen kommunikativen und ästhetischen Raum für Statements, Bilder, Reflexionen darüber, wie die gegenwärtige Pandemie Bewegungs- und Körperkünstler*innen aus aller Welt beeinflusst. Es trägt zuallererst die Idee der Kooperation weiter, die unter dem Label ‚incompany‘ von Beginn an zentral war. Ausschließlich auf digitalem Wege bietet es eine Plattform für einen künstlerischen Dialog auf nationaler und internationaler Ebene, erschließt sich einen neuen, nahezu utopischen performativen Raum, der es ermöglicht, sich jenseits der leeren Bühnenflächen auszudrücken und die Szene wieder zu betreten: Das Fotopapier. So spiegelt ACTS nicht nur diese einzigartige Zeit, sondern fügt der Vergänglichkeit der eigenen Kunstform ein Stück Unvergänglichkeit hinzu.

Welche und wie vielfältige Möglichkeiten haben wir, um unser künstlerisch-performatives “Arbeitsleben” in dieser Zeit der Einschränkungen auszudrücken? Ausgehend von dieser Frage hat Soavi alle eingeladenen Künstler*innen gebeten, eine ganz persönliche Recherche zu betreiben, die in zwei Phasen unterteilt ist.
In der ersten Phase wird in einer alltäglichen, imaginären oder neutralen Landschaft mit dem eigenen Körper ein privater VENUE-VIVANT inszeniert, der die Erfahrungen, Emotionen, Zweifel, Meinungen, Bedürfnisse und Ereignisse widerspiegelt, die in den letzten Monaten zu Tage getreten sind, und mithilfe der Kunst der Fotografie festgehalten.
In der zweiten Phase wird ein spezifischer Text erstellt, der das Selbstbildnis beschreiben oder erklären kann. Anschließend werden durch das Entfernen einiger Teile dieses Textes die verbleibenden Schlüsselwörter zur einzigen Beschreibung, die wir noch sehen können. Als wären sie Überreste verlorener, vergangener und gefundener Dokumente, die nach Jahrhunderten aufgrund der verstrichenen Zeit unvollständig, nur einen Teil des Originals zeigend, ans Licht zurückkehren.

Ursprünglich sollten die ganz unterschiedlichen Dokumente, die bei diesen sehr persönlichen Recherchen in Bild und Text entstanden sind, in einer analogen Ausstellung im Düsseldorfer FREIRAUM gezeigt werden. Da dies erst später möglich sein wird, haben Emanuele Soavi und sein Team eine virtuelle Variante entwickelt, die vom 5. März bis 18. April hier zu sehen war.

Dieses Ausstellungsprojekt wurde realisiert im Rahmen des RELOAD Stipendienprogramms der Kulturstiftung des Bundes, mit Unterstützung von iDAS NRW sowie des FREIRAUMs, interdisziplinärer Konzeptions- und Arbeitsort für die Künste (www.benjriepe.com/freiraum).
Die Realisierung der virtuellen Galerie wird unterstützt durch DIEHL+RITTER/TANZPAKT RECONNECT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz